Drucken 03.03.2007 01:50
Hallo René,
interessante Site, interessanter Artikel!
Ich warte ganz gespannt auf den "2. Teil". Lass uns bitte nicht allzu lange warten...
Frage: Gibt es eigentlich "offizielle" Reaktionen seitens der Kirchenleitung auf (D)einen NAK-bezogenen Webauftritt?! Wieviel Bewegung lösen solche Artikel wirklich aus?!
Vielen Dank und viele Grüße
Stefan
ReMuen am 03.03.2007 15:13
Hallo Stefan
Offizielle Reaktionen gibt es nicht und wird es vermutlich auch nie geben. Jedoch wahrgenommen wurde mediasinres.net auch in Kirchenkreisen.
Was solche Artikel bewirken, lässt sich nie abschliessend sagen, schon gar nicht nach dieser kurzen Zeit des Bestehens von mediasinres.net. Ich weiss nur, dass die Artikel über Erwarten oft gelesen werden. Dazu gibt's hier einige wenige Reaktionen direkt als Kommentare sowie etwas mehr Feedback per Email, wobei die Palette der Reaktionen von euphorischer Zustimmung über nachdenkliches Fragen bis zu bitterböser, ablehnender Beschimpfung reicht.
Bestimmt regen manche Beiträge die Leser zum Nach- und Weiterdenken, vielleicht zum Nachprüfen oder gar zum eigenen "Weiterforschen" an - und genau das ist das Ziel dieser Website.
Gruss René
Folkmar Schiek am 03.03.2007 18:21
Liebe Stefan,
das Entschlafenenwesen der NAK - eine wirklich exklusive Lehre, die kein Zeugnis in der Heiligen Schrift findet und von den Vätern der Neuapostolischen Kirche, den katholisch-apostolischen Gemeinden, nie so gelehrt wurde.
Weitere interessante Beiträge hierzu, auch mit Bezug auf die katholisch-apostolische Lehre, finden sich auf meiner Homepage als Artikel ad-087 "Seelenrettung durch Gebet möglich?" und Artikel ad-026 "Ämterrufungen für das Jenseits durch Stammapostel H. Niehaus am 28. Juli 1916.
Grüße aus Stuttgart
Folkmar Schiek
ad fontes.
Klaus Grossmann am 05.03.2007 07:03
Hallo Ihr Lieben,
beim gestrigen 'Entschlafenen-GD' ist mir wieder eines besonders aufgefallen: ausschließlich durch die Spendung des heiligen Geistes durch das Apostolat kommen die Seelen aus ihren Gefängnissen heraus und damit zu Gott.
Man(n) muß schon genau hinhören. Eigentlich ist ja gegen das Gedenken derer, die schon im Bereich der Toten sind, nix schlechtes. Nur wenn sich die entschlafenen Seelen der Anmaßung der Exclusivität der 'Segenshandlungen' (nur durch Apostel werdet Ihr selig) bewußt werden, bezweifele ich, daß sich dieses wirklich zum Segen des Einzelnen auswirkt. Wir sollen- so in der Predigt angsprochen- unvoreingenommen jeder Seele annehmen. Ist ja gut. Aber hier ist der Haken. Sie werden dem Apostolat anempfohlen. Und da ist der Knackpunkt. Helfen kann Ihnen auschließlich Gott!! Apostel sind auch nur hilfbedürftige Seelen, die der Gnade Gottes bedürfen und sonst nix.
Wir werden's ja später mal 'sehen'...(hoffentlich).
Gruß
Kalll (Klaus)
Ulrich Handte am 05.03.2007 09:15
Klaus schreibt ......
Wir werden's ja später mal 'sehen'...(hoffentlich).
@ alle
.... ich persönlich denke und glaube zwar eher, im " jenseits " nicht's mehr zu " sehen " ! - aber wohl dem, wo es zur erbauung im dieseits persönlich hilft. derjennige sollte diesen " hoffnungsstrohhalm " auch festhalten, sich aber gleichzeitig der " abnormen " und " weltfremden " auswirkungen und dehren kosequenzen sich dann auch voll bewusst sein.
gruss
ulrich
Ein Weiterleben findet nicht statt – I
Ich will hier zum ersten Absatz des Artikels einen Gedanken beisteuern, der mit der neuapostolischen, aber auch der populär-christlichen Vorstellungswelt bricht und alle Überlegungen über Totenkulte obsolet erscheinen läßt. Der inzwischen emeritierte Bischof von Limburg, Dr. Franz Kamphaus hat das besser in Worte gefaßt als ich es könnte; deshalb zitiere ich ihn hier in Ausschnitten:
"Christen glauben einzig und allein an Gott, nichts sonst; nicht an die Ewigkeit des Geistes und die Unsterblichkeit der Seele, nicht an die Ewigkeit der Materie und den sich erneuernden Kreislauf der Natur. Sie hängen, wie Luther sagt, ihr Herz ganz und gar an Ihn, und sie tun das im Vertrauen auf Jesus Christus. Wer glaubt, setzt im Leben wie im Sterben ganz auf Gott. Niemand und nichts in der Welt verdient solches Vertrauen. Wer an etwas anderes oder jemanden anderes glaubt als an Gott, verehrt einen Götzen.
Das Credo richtet sich auf "die Auferstehung der Toten und das ewige Leben". Es spricht nicht von einem Leben "nach dem Tod". Gott wird unser jetziges Leben bewahren und vollenden. Christen nehmen den Tod als endgültiges Ende dieses Lebens ganz ernst. Deswegen nehmen sie das Leben ganz ernst. Sie lieben das Leben, nicht den Tod; nicht der Tod macht das Leben lebenswert, sondern die Liebe zum Leben.
...
Der Tod trifft den ganzen Menschen. ... Das irdische Leben wird durch den Tod beendet, es findet keine Fortsetzung über den Tod hinaus. Dennoch behält der Tod nicht das letzte Wort. Das ewige Leben gewinnt Gestalt bereits im zeitlichen Leben in dem Maße, in dem es von Gott umgestaltet wird.
...
Wenn demnach der Glaube für den Menschen und die gesamte Schöpfung ewiges Leben erhofft, dann hofft er darauf, daß Gott ihnen Anteil gewährt an seinem Leben. Wenn Gott uns teilhaben läßt an seinem Leben, dann leben wir ewig wie er. Dann aber ist diese Lebensweise genauso unbegreiflich für uns wie Gott selbst.
...
Ewiges Leben heißt nicht, daß es endlos so weitergeht wie jetzt, es meint nicht eine Verjenseitigung des Vorhandenen. So stellen es sich diejenigen vor, die schon in diesem Leben (eigene Anm.: in geistlicher Hinsicht) alles haben und trotzdem nie genug bekommen; die das, was sie haben, für immer haben wollen. Anderes fällt ihnen nicht ein als ihre private Seligkeit. Christen jedoch lassen sich damit nicht abspeisen. Sie hoffen auf ein Glück, das nicht mit dem Unglück anderer bezahlt wird; auf eine Lust, die nicht Privatvergnügen oder Gruppenprivileg bleibt, sondern alle erfaßt. Alle werden zu ihrem Recht kommen und Frieden finden." Ende des Zitates.
"Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen", wird in der NAK oft zitiert, um die Erlösungsbedürftigkeit Verstorbener zu begründen. Die Richtung des Zitats ist danach: Wie du hier auf Erden gelebt hast, so gehst du in die Ewigkeit, deshalb bedenke dein Leben. Das Zitat ist Prediger 11,3 entnommen. Wenn man das Kapitel im Zusammenhang liest und auch noch das folgende Kapitel 12, so wird man allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Es ist ein „carpe diem!“, das der Prediger uns hier entgegen ruft, wie auch dem Verfasser der Überschrift „Berechne nicht die Zukunft, sondern nütze den Tag!“ klar gewesen ist. Der Prediger selbst sagt in Vers 8: "... Freue dich deiner Jugend, ehe Alter und Tod kommen!" Wenn man jetzt das Originalzitat "... und wenn der Baum fällt ... wohin er fällt, da bleibt er liegen", in diesen Zusammenhang stellt, so sagt es: "Nütze den Tag, denn wenn du fällst, wirst du liegen bleiben und nichts mehr tun können!" Das Wort "wohin" weist dann nicht mehr auf eine Situation hin, sondern bekräftigt den Zustand des Nichtmehrkönnens. Es kann damit zur Begründung eines wie immer gearteten "Entschlafenenwesens" nicht herangezogen werden.
Herzliche Grüße
Manfred
Günter Sch. am 06.03.2007 00:00
Solange Gläubige Gott bitten, allen Seelen in der jenseitigen Welt gnädig zu sein und ihnen ewige Bewahrung bei ihm zu gewähren, empfinde ich dies als christlich. Die Neuapostolische Kirche geht aber darüber hinaus und vermittelt ihren Mitgliedern von allen Verstorbenen, die zeitlebens nicht die Sakramente dieser Kirche empfingen, ein Jammerbild mit dem Anliegen, diese per Gebet an den neuap. Apostelaltar zu verweisen, damit sie in den Genuss von göttlichen Heilsgaben kommen. Dabei scheut die Kirche sich nicht, auch die in ihrem katholischen, evangelischen oder anderen christlichen Glauben Verstorbenen als der Gebete neuapostolischer Christen bedürftig zu benennen. Die Bereitschaft dazu kitzelt die Kirche aus ihren Mitgliedern auf der emotionalen Ebene heraus, indem sie ihnen insbesondere die Verstorbenen-Gruppen vor Augen führt, die auf tragische Weise ihr irdisches Leben lassen mussten. So verfestigt sich bei den betenden Gläubigen der Eindruck, dass gerade diese ihrer Fürbitten und der Sakramente der neuap. Kirche bedürfen - 'und dann ist alles gut'.
So wurden, wie ich hörte, am 4.3.07 in den Neuapostolischen Gemeinden des Ruhrgebiets speziell in den Kohlegruben verunglückte Bergleute namentlich ermittelt, um sie per Fürbitt-Gebete an den neuap. Bezirksapostel-Altar zu führen, d.h. um sie dort neuapostolisch zu machen. Ob diese Bergleute evtl. als gläubige Katholiken oder anderweitig gläubige Christen durch Grubenunglücke ins Jenseits abberufen wurden, diese Frage blieb in jedem Fall aussen vor. Offensichtlich machte man sich auch keine Gedanken darüber, ob nicht die eigenen Angehörigen der Verunglückten Gott schon gebeten haben oder ihn noch bitten, dass ihre Toten in ihrem Glauben den Frieden zu finden.
Dieses Beispiel steht für viele, wobei die Gruppen sich allein nach der Todesursache bestimmen. Hier sind's die verunglückten Kumpels, anderswo sind es die im Strassenverkehr Umgekommenen.
Lassen wir mal die Frage dahin stehen, ob solche Fürbitten seitens der Neuapostolischen überhaupt etwas am Seelenzustand der toten Katholiken usw. verändern können. Ich finde das Vorgehen der NAK gegenüber ihren eigenen Mitgliedern gewagt (sie wiegen sich in der trügerischen Gewissheit, als seien sie die notwendigen und einzigen Helfer) und gegenüber den lebenden und toten Glaubensbrüdern und Glaubensschwestern in den betroffenen anderen christlichen Gemeinschaften für anmassend und verletzend.
Beten, ja, und zwar für Alle. Aber missionieren in den Reihen anderer Christen im Jenseits, da sage ich: 'Nein!'
Ein Weiterleben findet nicht statt – II
Die Fürbitte für Verstorbene ist auch unter Berücksichtigung der von mir oben beschriebenen Sichtweise statthaft und aus christlicher Sicht angeraten, wenn sie im dem Sinne erfolgt, die Toten der Gnade Gottes anzuempfehlen. Wenn ich von "Totenkult" spreche, meine ich weder das allgemeine Gedenken, die Erinnerung, noch die Fürbitte, sondern die Vorstellung, es bedürfe kirchlicher Handlungen, um die Änderung eines verjenseitigten Zustands Verstorbener herstellen zu können. Das betrifft sowohl die neuapostolische Lehre von der Sakramentenspendung als auch die katholische Praxis der Selig- und Heiligsprechung, sofern sie in Anspruch nimmt, mehr als die öffentliche Darstellung vorbildlichen und beispielhaften Lebenswandels Einzelner sein zu wollen.
Für die NAK hat ihre Lehre der Abhängigkeit Entschlafener von neuapostolischen Sakramentenspendung allerdings eine zwingende Logik. Sie ist im Hinblick auf andere Kirchen keine Anmaßung, denn trotz aller vielleicht andere Erwartungen weckenden Äußerungen in der Öffentlichkeit bleibt es dabei, daß das Apostelamt - und zwar das der NAK - heilsnotwendig ist. Die Anmaßung liegt bereits in dieser Auffassung, nicht etwa, weil eine Kirche sich per se nicht als alleinige Heilsverwalterin betrachten dürfe, sondern weil der NAK dafür jede biblische Begründung fehlt. Die von W. Kühnle anläßlich der Studientagung in Halle vorgetragene Argumentation lautet denn auch: "Die Heilsnotwendigkeit des neuapostolischen Apostelamtes wird sich vom Ende her erweisen", mit anderen Worten: "Das Apostelamt ist heilsnotwendig, weil es heilsnotwendig ist."
Selbst bei dieser Betrachtung liegt eine Anmaßung, und zwar die schwerwiegendste, weiterhin in der Auffassung, Gott könne ohne Wirkung des neuapostolischen Apostelamtes Verstorbenen keine Gnade zuteil werden lassen.
Diese Auffassung, die auch die Lebenden betrifft, läßt sich immer wieder finden; in fast jedem Eingangsgebet zum Gottesdienst-Beginn wird um eine "Verbindung" mit "Segensträgern" gebeten, da - und das wird Gott direkt vorgetragen - "du uns nur auf diesem Wege segnen kannst". Sie fand ihren vorläufigen negativen Höhepunkt in der inzwischen nicht mehr nachzulesenden Behauptung zum "Heilige(n) Geist und seinen Wirkungsweisen", die Verleihung des Hl. Geistes durch Jesus an seine Jünger stelle keine Versiegelung im sakramentalen Sinne dar (und sei damit nicht vollwertig gewesen). Ich muß bei der Behandlung, die Gott in der NAK erfährt, an einen Kettenhund denken, der nach Belieben zurückgehalten oder losgelassen werden kann, um einem, je nach erhaltenen Befehl, entweder die Hand zu lecken oder zuzubeißen.
Manfred
Günter Sch. am 06.03.2007 17:06
Hallo Manfred,
Sie haben natürlich Recht, dass die Anmassung bei der Behauptung der Heilsnotwendigkeit des neuap. Apostelamtes beginnt.
Gleichwohl darf darauf hingewiesen werden, dass diese Heilsnotwendigkeit im Entschlafenenwesen eine gewisse Entartung erfährt.
Die NAK hält sich in bezug auf lebende christliche Andersgläubige, was die die Bewertung deren selischer Zustände angeht, i.d.R. noch zurück. So wird nicht offen gepredigt oder in der Öffentlichkeit zugänglichen Aktionen der Kirche gesprochen von solchen Mitgliedern anderer Kirchen, dass sie seelisch 'Krüppel', 'Elende', 'in dunklen Gefängnissen Einsitzende' usw.usf. seien. Doch in den Entschlafenen-GD geschieht es, in dem die Nichtapostolischen des Entschlafenenbereichs pauschal so genannt werden. Und wenn darüber hinaus unter dem Aspekt, für die 'Krüppel' usw. sei zu beten, sogar spezielle Namens-Listen von Verstorbenen anderer Konfessionen erstellt werden, dann ist das der Gipfel der Geschmacklosigkeit, nicht nur das, es ist geradezu ein böser Affront gegenüber den Gläubigen anderer Konfessionen, eine nicht zu überbietende Missachtung anderweitiger religiöser Gefühle.
Ich finde kaum Worte für solches w..... Verhalten.
Sicher, das entspricht der Logik der NAK-Lehre. Doch das zeigt einmal mehr, welche Früchte aus einer überzogenen Selbsteinschätzung hervorgehen.
G.Sch.
Lieber Manfred, danke für deinen gestrigen Beitrag! Ich als Gottsuchende, von der NAK ausgetretene Person bin glücklich, deine Sichtweise gelesen zu haben.
Zum Beitrag von Günther:
"Ich finde das Vorgehen der NAK gegenüber ihren eigenen Mitgliedern gewagt (sie wiegen sich in der trügerischen Gewissheit, als seien sie die notwendigen und einzigen Helfer) und gegenüber den lebenden und toten Glaubensbrüdern und Glaubensschwestern in den betroffenen anderen christlichen Gemeinschaften für anmassend und verletzend."
Diese trügerische Gewissheit kann für andere als extrem befreiend wirken (man hat es in der Hand, wer zu Gott kann und wer nicht) bzw. sehr belastend sein (ich bin dafür verantwortlich, dass gewisse Seelen noch nicht erlöst worden sind). Da frage ich mich wirklich ob das die NAK verantworten kann!
(Schlusssatz von der Redaktion editiert)
LG
Zitat:
Sie fand ihren vorläufigen negativen Höhepunkt in der inzwischen nicht mehr nachzulesenden Behauptung zum "Heilige(n) Geist und seinen Wirkungsweisen", die Verleihung des Hl. Geistes durch Jesus an seine Jünger stelle keine Versiegelung im sakramentalen Sinne dar (und sei damit nicht vollwertig gewesen).
Zitatende.
Lieber Manfred,ich kann Dich beruhigen, die Behauptung ist noch nach wie vor zu lesen, auch wenn es so im ersten Augenblick so aus sieht, als wäre alles spurlos verschwunden.
Auf nak.org,steht davon nichts mehr, das stimmt.
Unser Pater J. hat alles gelöscht.
Es gibt aber auch noch ad fontes. Dort steht sie noch, diese Behauptung, wahrscheinlich noch über Jahre, oder auch über Jahrzehnte und ist dort nach zu lesen.
Im Zeitalter der Information, verschwindet so schnell nichts mehr, auch wenn gewisse Leute sich das so wünschen. So schnell wie andere das gespeichert haben , können sie das gar nicht löschen .
Auf ad fontes ist eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung der beiden Versionen hergestellt worden. Im Vergleich schön gelb markiert.
Der link dazu:
http://www.adfontes.apostolic.de/pdf/ad-111.pdf
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